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  • Anastasia Michailova

Der Mandela Effekt: Die 10 unglaublichsten Beispiele für falsche Erinnerungen

Kennst du das, wenn du dich an etwas ganz genau erinnern kannst, obwohl es nie passiert ist? Kann ja mal vorkommen. Aber was ist, wenn sich hunderte, tausende oder zehntausende Menschen falsch erinnern – und dann alle auch noch dieselbe falsche Erinnerung haben? Wir erklären dir den berühmten „Mandela Effekt“, versuchen das massenpsychologische Phänomen zu erklären und geben dir 10 verrückte Beispiele, bei denen du definitiv ins Grübeln kommst.


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Hintergrundbild: Gerd Altmann (Pixabay), Pikachu: saiarvind1995 (Pixabay), Mona Lisa: Louvre Museum (Creative Commons), KitKat: Nestlé Global

Was ist der Mandela Effekt? – Kurz erklärt


Der Begriff „Mandela Effekt“ beschreibt ein Phänomen kollektiv falscher Erinnerung von Ereignissen oder Fakten. Nicht nur wenige Personen, sondern ganze Menschenmassen haben eine falsche Erinnerung an etwas – und alle haben die gleiche falsche Erinnerung. Namensgeber für dieses psychologische Phänomen ist Nelson Mandela. Wir erklären dir warum!



Mandela Effekt: 10 unglaubliche Beispiele


Mit Sicherheit werden dir mehrere der hier aufgeführten Beispiele bekannt vorkommen. Sätze, die nie gesagt wurden. Bilder, die so nicht existieren. Passagen in Songtexten, die nie gesunden wurden. Komplett falsche Zahlen. Erinnerst du dich?


1. Der Tod von Nelson Mandela


Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident von Südafrika. Der Politiker und Aktivist starb im Jahr 2013. Es gibt jedoch eine breite Masse an Menschen, die fest davon überzeugt ist, dass Mandela bereits knapp 30 Jahre zuvor gestorben sei – um 1980. Die Personen geben an, sich an spezielle News-Sendungen im Fernsehen und Zeitungsartikel erinnern zu können.



Andere wollen sogar bei seiner Beerdigung gewesen sein und erinnern sich an Details des Sarges, das Wetter an jenem Tag und welche Musik zur Ehren Mandelas gespielt wurde. In Wirklichkeit saß Mandela als politischer Häftling insgesamt 27 Jahre im Gefängnis und war danach von 1994 bis 1999 Präsident seines Landes. Nelson Mandela wurde durch diese kollektive falsche Erinnerung zum Namensgeber des Mandela Effektes.


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Nelson Mandela am 13. Mai 2008 in Johannesburg. Bild: South Africa The Good News (Creative Commons)

2. Pikachu’s Schwanz


Vielen Pokémon-Fans dürfte gleich das Gehirn schmelzen. Welche Farbe hat Pikachu’s Schwanz? Nicht wenige würden ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass seine Schwanzspitze schwarz ist. In Wirklichkeit war Pikachu’s Schwanz immer einfach nur gelb – ein Mandela Effekt.


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3. We are the champions … of the world?


Dieser Irrtum hält sich so hartnäckig, dass selbst der Sänger dieses Songs – Freddy Mercury – den Text bei Live-Auftritten nachträglich angepasst hat, damit die mitsingenden Fans nicht ins Leere singen. Nach dem Satz „We are the champions“ des gleichnamigen Songs der Rock-Opera-Band „Queen“, kommt kein Text mehr. Nichts. Ende. Aber viele singen danach noch ein „of the world“, obwohl es im Original nicht vorkommt – ein Mandela Effekt.



4. Luke, ich bin dein Vater.


Diesen Satz kennt wirklich jeder. Auch diejenigen, die Star Wars nie gesehen haben. Dabei wurde er so nie gesagt. In der 5. Star Wars Episode antwortet Darth Vader dem jungen Skywalker auf seine Behauptung, dass Darth Vader seinen Vater umgebracht habe, mit: „Nein, ich bin dein Vater.“ – ein Mandela Effekt.


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Den berühmten Star Wars - Satz hat Darth Vader nie gesagt. Bild: Tommy Van Kessel (Unsplash)

5. Der Monopoly-Mann mit Monokel


Ihr ahnt es wahrscheinlich schon. Fast jeder von euch kennt das Brettspiel „Monopoly“, selbst wenn ihr es noch nie gespielt habt. Auf dem Logo des Spiels ist ein Aristokrat zu sehen – ein älterer Mann. In eurer Erinnerung trägt er vielleicht ein Monokel auf seinem Gesicht. Tatsächlich stimmt das nicht. Der Monopoly-Mann hat niemals ein Monokel getragen – ein Mandela Effekt.



6. Febreeze oder Febreze?


Willkommen in der Welt der Werbung. Raumspray gefällig? Wie wäre es mit dem von Febreeze? Wahrscheinlich würden die meisten von euch diesen Hersteller so schreiben. Tatsächlich hat die Marke gar kein doppeltes „E“, sondern wird „Febreze“ geschrieben – ein Mandela Effekt.


7. KitKat oder Kit-Kat?


Einmal zurück in die Kindheit, bitte. Wie wird der Name dieses Schokoriegels wirklich geschrieben? Tatsächlich OHNE Bindestrich. Es heißt KitKat – ein Mandela Effekt.



8. Aus wie vielen Staaten bestehen die USA?


Sogar erstaunlich viele US-Amerikaner antworten auf diese Frage mit 51 oder 52, obwohl sie es als Allgemeinbildung in der Schule lernen. In Wirklichkeit bestehen die Vereinigten Staaten von Amerika aus nur 50 Staaten – ein Mandela Effekt.


9. Mona Lisa's Lächeln


Viele Menschen sind fest davon überzeugt, dass die Mona Lisa früher nicht gelächelt hätte. Schon gruselig, wenn man bedenkt, dass die Mona Lisa dafür bekannt ist, dass ihre Augen dem Betrachter folgen, egal wohin er geht. Eine mögliche Erklärung dafür lautet, dass man das berühmte Lächeln der Mona Lisa als Kind noch nicht wirklich als Lächeln wahrgenommen und gedeutet hat. Erst mit dem Erwachsenwerden lernte man, das Bild zu verstehen – ein Mandela Effekt.


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Findest du, dass die Mona Lisa lächelt? Bild: Louvre Museum, Paris (Creative Commons)

10. Das Walt Disney Intro


Welches Kind hat damals keine Disney-Filme geschaut? Viele von euch erinnern sich vielleicht daran, wie die kleine Fee Tinkerbell zu Beginn des Intros ihren Zauberstab schwingt, das Schloss des Disney-Logos zeichnet und am Ende noch ein i-Tüpfelchen zaubert. Richtig? Es gibt zwar Disney-Intros mit Tinkerbell, aber kein einziges, in dem sie das Logo mit ihrem Zauberstab zeichnet. Wirklich nicht! – ein Mandela Effekt.



Was steckt hinter dem Mandela Effekt? - Zwei mögliche Erklärungen


Wahrscheinlich hast du im Laufe dieses Artikels schon angefangen an dir zu zweifeln. Doch warum scheint dir deine Erinnerung einen Streich zu spielen? Für den Mandela Effekt gibt es zwei mögliche Erklärungen:


1. Paralleluniversen


Beginnen wir mit ein bisschen (nicht ernst gemeintem) Sci-Fi. Viele spekulieren, dass ihre Erinnerungen gar nicht falsch sind, sondern in einem Paralleluniversum stattgefunden hätten. Der Mandela Effekt – also die „falsche“ Erinnerung – entstünde durch die Überlappung von Paralleluniversen. Beispiel: In einem Paralleluniversum könnte Nelson Mandela tatsächlich bereits um 1980 gestorben sein.


2. Konfabulation


Die zweite Erklärung für den Mandela Effekt scheint allerdings plausibler zu sein. Hierbei handelt es sich um einen psychologischen Ansatz. Bei der sogenannten „Konfabulation“ werden offensichtlich falsche Informationen wiedergegeben, die der Betroffene jedoch für wahr hält. Je mehr Menschen an diese falschen Informationen glauben, desto „realer“ wirken sie. Auf diese Weise lassen sich auch Gedächtnislücken mit fehlerhaftem Wissen füllen. Wie kann das passieren?



Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung aus unserem Gedächtnis abrufen, wird sie neu abgespeichert. Nach und nach können sich geringe Abweichungen in unsere Erinnerung einschleichen, die einfach mit abgelegt werden. Diese Entwicklung kann mit der Zeit zu äußerst gravierenden Veränderungen führen.


Mandela Effekt: Wie sich falsche Erinnerungen ins Gehirn einprogrammieren lassen


Auf diese Weise können auch gezielt falsche Erinnerungen ins Gedächtnis „hinein-manipuliert“ werden. Beim sogenannten „Lost In The Mall“-Experiment haben Forscher den Teilnehmern eingeredet, dass sie als Kind in einem großen Kaufhaus verloren gegangen seien und anschließend nach Hause gebracht werden mussten. Viele der Probanden waren nach dem Experiment felsenfest davon überzeugt, dass ihnen das wirklich so passiert ist.


In der Strafverfolgung wird dem Mandela Effekt besondere Aufmerksamkeit zuteil. Durch gezielte Suggestiv-Fragen können potenzielle Opfer von Straftaten nämlich so manipuliert werden, dass sie sich an etwas erinnern können, das gar nicht stattgefunden hat. In einem Experiment mit 100 Teilnehmern haben Forscher durch gezielte Fragen erreicht, dass viele nach diesem Versuch der unumstößlichen Meinung waren, in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein.



Genau diese Erinnerungsverfälschung hat dazu geführt, dass ein Mann aus Västeras in Schweden für 12 Jahre unschuldig ins Gefängnis musste. Nach „erfolgreicher“ Psychotherapie gab seine Tochter an, als Kind 200-mal von ihm vergewaltigt worden zu sein. Allein diese Erinnerungen reichten vor Gericht als Beweise aus, um den Vater zu verurteilen. Als sich die erwachsene Frau jedoch im Laufe ihres Lebens als Opfer eines riesigen landesweiten pädophilen Netzwerkes präsentierte, an dem große Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Polizei und Politik beteiligt gewesen sein sollen, kamen Zweifel an ihrer Geschichte auf. Ihr Vater wurde 2014 aus dem Gefängnis entlassen und bekam 12,6 Millionen Kronen als Schadensersatz.


Willst du ein paar „brandneue“ Mandela Effekte sehen? Wir haben ein spannendes Video für dich rausgesucht:


 

Buchtipp zum Artikel: Das weltberühmte Werk „Psychologie der Massen“


 

Quellen bzw. weiterführende Links:


(1) GEO: „Mandela Effekt - Weshalb wir uns an Dinge erinnern, die in Wirklichkeit gar nicht passiert sind“

(2) Goethe Institut: „Falsche Erinnerung - Der Mandela Effekt“

(3) dermandelaeffekt.de: „Mandela-Effekt: Erklärung und die besten Beispiele“

(4) watson.ch: „9 Beweise, dass dein ganzes Leben eine Lüge ist“

(5) FutureZone: „Der Mandela-Effekt: Sind Erinnerungen real oder leben wir in einem Paralleluniversum?“

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