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  • Anastasia Michailova

Azteken-Kakao: Uraltes & gesundes Rezept zum Selbermachen

Aktualisiert: 6. Juli

„Xocolatl“ galt bei den Azteken und Maya als Getränk der Götter. Sie verfeinerten ihre flüssige Schokolade mit vielen, zum Teil sonderbaren Zutaten – darunter mit Honig oder Chili. Zucker kannten die mesoamerikanischen Völker damals nicht – dafür aber zahlreiche Varianten dieses besonderen Kakao-Getränks. Schauen wir uns die uralten Xocolatl-Rezepte genauer an!


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Ich habe „Xocolatl“ für euch ausprobiert!

Das heutige Mexiko gilt als Ursprungsland des Kakao. Bereits 1.500 Jahre v. Chr. kultivierten die „Olmeken“ im Tiefland nahe der mexikanischen Golfküste eine Pflanze, die sie „kakawa“ nannten. Dieses Volk brachte die erste Hochkultur in der Region hervor. Später übernahmen die Maya die Verarbeitung der Kakaobohne und die Azteken waren diejenigen, die diesem außergewöhnlichen Getränk den Namen „xocolatl“ gaben. Übersetzt bedeutet es soviel wie „bitteres Wasser“ und galt bei diesem mesoamerikanischen Volk als „Getränk der Götter“. Von den Spaniern bekam es im 16. Jahrhundert schließlich den Namen „chocolate“, oder auf Deutsch: „Schokolade“.



Kakao im Reich der Azteken: So wertvoll wie Gold


Kakaobohnen hatten in der frühen zentralamerikanischen Gesellschaft einen so hohen Stellenwert, dass sie sogar als Zahlungsmittel verwendet wurden und zentraler Bestandteil von religiösen Ritualen waren. Der Preis für ein Kaninchen betrug seinerzeit angeblich zehn Kakaobohnen. Das Kakaogetränk selbst blieb jedoch nur dem Adel und den Wohlhabenden vorbehalten. Der Aztekenherrscher Montezuma soll bei Festgelagen bis zu 50 Becher dieses Göttertrunkes zu sich genommen haben.


Die spanischen Eroberer brachten neben Tabak, Kartoffeln, Avocados, Mais und Kürbissen auch Kakaobohnen nach Europa. Erst durch Zugabe von Zucker begann das bittere Kakaogetränk seinen Siegeszug. Forscher vermuten jedoch, dass bereits die Azteken ihren Kakao mit Honig süßten.


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Vor der Ankunft der Europäer blühten in Zentralamerika mehrere Hochkulturen.

Kakao: Das unterschätzte Superfood


In rohem Zustand kann man Kakao tatsächlich als Superfood bezeichnen. Nachdem die Kakaobohne auch in Europa angelangt war, wurde sie sogar als Medizin in Apotheken verkauft.


Vitamine und Spurenelemente


Reiner Kakao besitzt einen hohen Anteil an Magnesium, Kalium und Vitamin E. Magnesium unterstützt Muskeln und Nerven, Kalium reguliert unter anderem das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper und Vitamin E zählt zu den wichtigsten Antioxidantien. Das zusätzliche Vorkommen von Zink und Eisen sorgt für einen guten Stoffwechsel und ein gesundes Immunsystem.


Natürlicher Blutdrucksenker


Das sogenannte Theobromin wirkt blutdrucksenkend und verbessert den Blutkreislauf. Im Allgemeinen hat diese Substanz eine anregende Wirkung auf das menschliche Nervensystem.


Gesunder Stimmungsaufheller


Das in Kakao enthaltene Tryptophan hilft bei der Produktion von Serotonin. Ein Serotoninmangel äußert sich gewöhnlich in Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schlechter Laune. Kakao kann also dabei helfen die Stimmung etwas aufzuhellen und in stressigen Momenten Ausgleich zu schaffen.



Das alte Kakao-Rezept der Azteken


Die Bezeichnung xocolatl setzt sich im Detail aus „xococ“ (sauer, würzig, herb) und „atl“ (Wasser) zusammen. Damit ist die Basis für das ursprünglichste aller Kakao-Getränke bereits gegeben. Doch weil gemahlene Kakaobohnen und Wasser allein nicht unbedingt zufriedenstellend sind und auch nicht den modernen Vorstellungen von heißer Schokolade entsprechen, haben bereits die Azteken ein wenig mit Gewürzen und natürlichen Süßungsmitteln experimentiert. Im Gegensatz zu den Maya tranken die Azteken ihren Kakao gerne warm, so wie ihn heute viele von uns insbesondere in den kalten Jahreszeiten trinken würden.


Hier schon mal ein Foto von meinem eigenen Xocolatl-Experiment auf Instagram:



Die beiden Hauptzutaten


  • 300 ml heißes Wasser

  • 3 Teelöffel reines Kakaopulver


Gib den Kakao in das heiße Wasser und verwende am besten einen Aufschäumer, da sich unverarbeitetes Kakaopulver schlechter in Wasser löst. Dadurch wird das Getränk aber auch angenehm schaumig. Solltest du deine Trinkschokolade als zu wässrig empfinden, dosiere das Kakaopulver etwas nach. Wenn du die naturbelassenen rohen Bohnen selber mahlen möchtest, achte darauf die Bohnen zu einem wirklich feinen Pulver zu zermahlen oder zu zerstoßen. An dieser Stelle empfehlen sich elektrische Kaffeemühlen, die auch in der Lage sind bereits etwas vorzerkleinerte Kakaobohnen äußerst fein zu mahlen.


Gib anschließend ein paar Gewürze oder etwas Süße hinzu, um den Kakao zu verfeinern. Schäume das Getränk erneut auf. Fertig!


Azteken-Kakao: Gesund verfeinern


Die mesoamerikanischen Völker hatten einige Tipps, um ihr Kakaogetränk etwas „aufzupeppen“. Je nach Wunsch lässt sich für jede Situation ein bestimmtes Kakao-Rezept verwenden, um etwa zur Ruhe zu kommen, Schmerzen zu lindern oder seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Die folgenden Zutaten können, je nach Vorliebe, auch den modernen Kakao-Genießern gefallen. Manche von ihnen wirken sogar als natürliches Aphrodisiakum.



Honig


Mit Honig verfeinert, kommt der Azteken-Kakao dem modernen „Kaba“ wohl am nächsten. Er enthält weniger Zucker als normaler Haushaltszucker, besitzt Antioxidantien und entzündungshemmende Enzyme. Gib Honig den Enzymen zuliebe am besten erst hinzu, wenn das Getränk etwas abgekühlt ist.


Vanille


Diese begehrte Schote aus der Familie der Orchideen wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Außerdem ist sie stimmungsaufhellend und daher eine perfekte Kombination zu Kakao und Schokolade. Weil echte Vanille den menschlichen Sexualduftstoffen, den sogenannten Pheromonen, sehr ähnelt, kann sie durchaus aphrodisierend sein.


Maismehl


Für etwas mehr Cremigkeit gaben die Azteken ein bisschen Maismehl in den Kakao. Das Getränk bekommt dadurch eine leicht getreidige Note. Ein bis zwei Teelöffel Maismehl für eine Tasse reichen vollkommen aus.


Eine Prise Salz


Wer es mag, kann den Azteken-Kakao mit etwas Salz zu etwas mehr Intensität im Geschmack verhelfen. Wer Salz richtig dosiert in seinen Ernährungsplan integriert, senkt einer Studie zufolge das Risiko für einen Herzinfarkt.



Pfeffer


Die Azteken verwendeten tatsächlich Pfeffergewächse für ihren Kakao. Pfeffer regt die Produktion von Magensäften an und wirkt antibakteriell. Diese Kombination mag etwas komisch klingen, ist aber vielleicht einen Versuch wert.


Ingwer


Die Ingwerwurzel wirkt antibakteriell und virusstatisch, besitzt viel Vitamin C und unter anderem Magnesium, Eisen und Kalzium. Sie hilft gegen Erkältungen, Verdauungsprobleme und wird als Schmerzmittel, zur Stärkung des Immunsystems und sogar als Aphrodisiakum verwendet.


Chilli


Die Azteken liebten es ihren Kakao mit Chilli zu trinken, wie archäologische Ausgrabungen in El Salvador vermuten lassen. Diese feurige Schote ist entzündungshemmend und antibakteriell. Sie besitzt rund dreimal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Außerdem fördert Chilli die Fettverbrennung durch Anregung des Stoffwechsels.


Koriander


Die ätherischen Öle des Korianders bringen die Verdauung, sowie die Funktion von Darm und Leber in Schwung. Die pfefferähnlichen Körner wirken ebenfalls antibakteriell.



 

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