• Anastasia Michailova

Fujiwhara-Effekt: Was passiert, wenn zwei Hurrikans aufeinandertreffen?

EIN Hurrikan ist schon beeindruckend genug. Aber was geschieht, wenn sich ZWEI dieser Mega-Stürme zu nahe kommen?


Fujiwhara-Effekt: Was passiert, wenn zwei Hurrikans aufeinandertreffen? Wetter, extrem, Sturm, Wirbelsturm, Taifun, Physik, Meteorologie, Klima, Klimawandel, Sci-Fakt, Wissenschaft, Anastasia Michailova
Bilder: NASA (Creative Commons), Nazar Sharafutdinov (Unsplash)

Der japanische Meteorologe Dr. Sakuhei Fujiwhara beobachtete erstmals im Jahr 1921, dass Hurrikans miteinander interagieren können, wenn sie aufeinandertreffen. Dieses spektakuläre Wetterphänomen wurde nachfolgend nach ihm benannt. Kommen sich zwei Hurrikans (oder sogar noch mehr) nah genug, entsteht eine Wechselwirkung. Die Zentren der Stürme beginnen um einen gemeinsamen Punkt zu kreisen. Dabei bewegt sich der kleinere Hurrikan schneller als der größere.



Kann aus zwei Hurrikans ein noch größerer Hurrikan werden?


Tatsächlich kann es passieren, dass beide um einen gemeinsamen Mittelpunkt rotierenden Hurrikans zu einem noch größeren „Mega-Hurrikan“ verschmelzen. Im Allgemeinen verändert jede Interaktion die ursprüngliche Zugbahn beider Hurrikans. Das erschwert es Meteorologen vorauszusagen, welche Gebiete von den Stürmen betroffen sein werden, was das Gefahrenpotenzial vergrößert. Bereits kleinste Veränderung können zu großen Abweichungen in Zugbahn und Intensität der Hurrikans führen.


Fujiwhara-Effekt: Was passiert, wenn zwei Hurrikans aufeinandertreffen? Wetter, extrem, Sturm, Wirbelsturm, Taifun, Physik, Meteorologie, Klima, Klimawandel, Sci-Fakt, Wissenschaft, Anastasia Michailova
Die Tropenstürme Odette und Seroja kommen sich gefählich nahe, 7. - 9. April 2021, Aufnahme: NASA

Die Verschmelzung zweier Wirbelstürme ist jedoch sehr selten. Häufig rotieren Hurrikans eine Weile gemeinsam, trennen sich wieder und ziehen aneinander vorbei.


Einige weitere Beispiele für den Fujiwhara-Effekt


1955: Hurrikan Connie und Hurrikan Diane entstanden zeitgleich sehr nah beieinander und schienen vorerst sogar zu einem Sturm zu verschmelzen.

 

Buchtipp zum Artikel: „Extremes Wetter, Wetterphänomene aus aller Welt in einem bildgewaltigen Band und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft“


 

1967: Die Tropenstürme Ruth und Thelma begannen miteinander zu interagieren und näherten sich gemeinsam dem Taifun Opal.


1995: Im Atlantik interagierten gleich vier Stürme miteinander – Humberto, Iris, Karen und Luis. Am Ende verschmolzen Iris und Karen zu einem Mega-Hurrikan.


 

Quellen bzw. weiterführende Links:


(1) hr-fernsehen: „Online-Wetterthema - Der Fujiwhara-Effekt“

(2) Greelane: „Fujiwhara-Effekt - Zwei Hurrikane interagieren“