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Homosexualität im Tierreich: Diese 20 Tiere können schwul, lesbisch oder bisexuell sein - Warum?

Im Tierreich geht es manchmal noch bunter zu als bei uns Menschen. Säugetiere, Fische, Insekten, Reptilien und Vögel - Homosexuelles Verhalten bei Tieren ist absolut normal, unter Männchen und Weibchen gleichermaßen. Was lange geleugnet wurde, steht nun im Fokus der Wissenschaft. Doch was hat sich die Natur dabei gedacht? Warum gibt es schwule, lesbische und bisexuelle Tiere? Wir haben uns angeschaut, was Forscher dazu sagen.


Homosexualität im Tierreich: Diese 15 Tiere sind schwul, lesbisch oder bisexuell – Aber warum? Männchen, Verhalten, Wissen, Weibchen, Zeit, Menschen, Leben, Gleichgeschlechtlich, Paarung, Sci-Fakt, Charles Darwin, Evolution, Wissenschaft, Anastasia Michailova
Bilder: Kalai Venthan Gopal, Elie Khoury, CHUTTERSNAP & Benjamin Sander Bergum (Unsplash)

Kapitel in diesem Beitrag

  1. Sex dient nicht nur der Fortpflanzung

  2. Gründe für homosexuelles Verhalten im Tierreich

  3. Homosexualität unter Tieren als großes Tabuthema

  4. Gewagte Theorie: Waren alle Tiere einst bisexuell?

  5. 20 Tiere, die homosexuelles Verhalten zeigen



Sex dient nicht nur der Fortpflanzung


Charles Darwin - der Urvater der Evolutionstheorie – schrieb, dass Sex nur dem Arterhalt diene. Demnach dürfte Homosexualität im Tierreich gar nicht vorkommen, da sie zu keinen Nachkommen führt. Doch so einfach ist die Sache nicht. Jahrzehnte der Beobachtung haben gezeigt, dass Tiere aus ganz unterschiedlichen Gründen sexueller Aktivität nachgehen, darunter auch gleichgeschlechtlicher.


Homosexuelles Verhalten ist mittlerweile bei rund 1.500 Tierarten nachweislich beobachtet worden. Bei 550 Tieren gilt es als wissenschaftlich gut dokumentiert. Unter Herdentieren kommt Homosexualität am häufigsten vor. In diesem Fall bewirkt Sex eine Stärkung des sozialen Netzwerks – unabhängig vom Geschlecht. Sich miteinander zu paaren dient auch der Konfliktlösung, der gegenseitigen Zusicherung von Loyalität, dem Aufstieg innerhalb der Gruppen-Hierarchie aber zum Teil auch der Unterdrückung.



Ein Gesichtspunkt ist hierbei jedoch ganz wichtig: Tiere können auch Sex haben, weil es ihnen einfach Spaß macht – wie uns Menschen. Auch Masturbation ist im Tierreich weit verbreitet. Bei Affen beider Geschlechter konnte sogar nachgewiesen werden, dass sie Orgasmen haben können. Hierbei wurden die Hirnströme und Muskelkontraktionen der Affen während des Geschlechtsverkehrs gemessen. Ob manche Tiere „lieben“ können wie wir Menschen, ist bis heute in der Forschung stark umstritten – auch wenn wahrscheinlich jeder Hundebesitzer sofort eine eindeutige Antwort auf die Frage wüsste. Es gilt aber zumindest als gesichert, dass Tiere Emotionen und Gefühlsäußerungen zeigen.


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Ob manche Tiere lieben können wie wir Menschen, ist bis heute stark umstritten. Bild: Lukasz Szmigiel (Unsplash)

Gründe für homosexuelles Verhalten im Tierreich


Neben den bisher erwähnten Faktoren wie Spaß, Konfliktlösung, soziale Bindung, Aufstieg in der Hierarchie bis hin zur Unterdrückung (konkrete Beispiele hierfür werden wir noch sehen), gibt es bei Tieren noch weitere Gründe für speziell homosexuelles Verhalten.


Hormonelle Gründe für Homosexualität bei Tieren


Neurologische Untersuchung von männlichen Hausschafen, die homosexuelles Verhalten an den Tag legten, offenbarten, dass sie einen kleineren Hypothalamus als ihre heterosexuellen Artgenossen besaßen – der Bereich im Gehirn, der Geschlechtshormone freisetzt. Bei Versuchen an weiblichen Labormäusen wurde festgestellt, dass diese bei Zugabe von Testosteron oder Estradiol bzw. der Verringerung des Östrogenspiegels ebenfalls zunehmend homosexuell wurden. Hormone können bei der sexuellen Orientierung in der Natur also eine entscheidende Rolle spielen. Doch das ist noch nicht alles.



Soziale Gründe für Homosexualität bei Tieren


Ein Mangel an potenziellen Geschlechtspartnern begünstigt gleichgeschlechtlichen Sex. Doch es geht nicht immer nur um „das Eine“. Besonders bei Vögeln wurde beobachtet, dass sich bei einem Partnermangel häufiger schwule oder lesbische Pärchen zusammenfinden, die entweder verlassene Eier ausbrüten oder sogar Eier „klauen“, um eine eigene „Familie“ gründen zu können. Hier steht allerdings nicht der Geschlechtsverkehr im Vordergrund, sondern die Lebensgemeinschaft an sich. Da viele Vogelarten monogam sind, bleiben sie auch in einer homosexuellen Konstellation manchmal ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen.


Forscher gehen davon aus, dass die meisten Tiere, die homosexuelles Verhalten zeigen, vielmehr bisexuell als schwul oder lesbisch sind. Im Laufe ihres Lebens paaren sie sich mit beiden Geschlechtern und haben zum Teil sogar Nachwuchs. Man kann Tiere jedoch auch nicht fragen, was sie wirklich „fühlen“. Es bleibt also nichts weiter übrig, als sie zu beobachten und ihre Handlungen zu interpretieren.


„Homosexualität ist in der Natur weit verbreitet und überhaupt kein Problem.“ - Jasper Buikx, Biologe am ARTIS Zoo in Amsterdam

Homosexualität unter Tieren als großes Tabuthema


Ähnlich wie bei uns Menschen wurde über Homosexualität im Tierreich lange geschwiegen. Häufig wurde alles, was nicht heterosexuell aussah, umgedeutet. Man beobachtete zum Beispiel Zwergschimpansen-Weibchen dabei, wie sie ihre Geschlechtsorgane aneinander rieben und dabei Lustschreie ausstießen. Man interpretierte dieses Verhalten jedoch als „Begrüßungsritus“, „Versöhnung“ oder sogar als „Absicht zum Futtertausch“. Unter Männchen verschiedener Tierarten sprach man bei ähnlichen Szenarien einfach von „Revierkämpfen“, selbst wenn sie dabei ejakulierten.


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Charles Darwin schrieb im 19. Jh., dass Sex im Tierreich nur dem Arterhalt diene. Bild: Julia Margaret Cameron (Creative Commons)

Die Forscher der damaligen Zeit taten alles, um dieses sichtlich homo-erotische Verhalten nicht als etwas Sexuelles zu betrachten. Wenn ein Männchen einem Weibchen jedoch bloß am Hintern schnüffelte, wurde sofort von einem Wunsch nach Paarung ausgegangen.


Und wenn sich Homosexualität wirklich nicht mehr wegreden ließ, sprach man einfach von einer Hormonstörung, einem Gendefekt, einer Fehlprägung oder sogar schlichtweg von „Perversion“. Allerdings haben, wie bereits beschrieben, Hormone trotzdem eine große Bedeutung bei der Partnerwahl – auch bei der des Geschlechts. Zudem kann sich der Hormonhaushalt einzelner Individuen innerhalb einer Art unterscheiden. Die Forschung beginnt gerade erst zu verstehen, wie Geschlechterrollen und Partnerwahl im Tierreich funktionieren und welche physischen und sozialen Faktoren dafür eine Rolle spielen.



Gewagte Theorie: Waren alle Tiere einst bisexuell?


Das ist eine wirklich steile These, die Forscher der University of North Carolina Chapel Hill da aufgestellt haben. Hier geht es um die Theorie, dass die ursprünglichsten Paarungen im Tierreich „wahllos“ stattfanden und sich das „sexuell ausschließende Verhalten“, bei dem nach Geschlecht, Gesundheit, sozialem Status etc. ausgewählt wird, erst im Verlauf der Evolution entwickelt haben soll. Es gab demnach eine Zeit, in der man sich einfach mit dem Individuum gepaart hat, das gerade da war. Die Forscher weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass sich dieses Modell nicht auf Menschen übertragen ließe.


Doch wie kann die Natur so „verschwenderisch“ sein? Das Suchen und Werben um einen Partner, sowie der anschließende Geschlechtsakt verursachen „Kosten“ – Energie und Zeit. Und wenn rund aus der Hälfte aller Paarungen keine Nachkommen entstehen, weil die Fortpflanzung unter gleichgeschlechtlichen Individuen stattgefunden hat, wie kann das zielführend sein?

 

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Die Forscher erklären, dass „wahllose Paarung“ die optimale Fortpflanzungs-Strategie ist, wenn die Spezies kein sexuelles Signal sendet, um ihr Geschlecht zu offenbaren. In diesem Fall würde es zusätzliche Energie und Zeit in Anspruch nehmen, um herauszufinden, ob der mögliche Partner eventuell „das richtige“ Geschlecht hat. Es ist also schlichtweg einfacher und damit „effizienter“ unmittelbar Sex miteinander zu haben. Just do it! Bis heute folgen viele Käfer und Spinnen diesem Motto.


„Wir unterstützen die Hypothese, dass gleichgeschlechtliches Sexualverhalten durch die Bevorzugung von wahllosem Paarungsverhalten zustandekommt, indem wir zeigen, dass das unter bestimmten Bedingungen die optimale Fortpflanzungsstrategie ist.“ - Brian A. Lerch  und Maria R. Servedio 

Die Forscher nennen explizit zwei Gründe für wahllose Paarungen im Tierreich:


  1. Eine geringe Zahl von Sexualpartnern. Je weniger Individuen, desto weniger wählerisch sind die Artgenossen bei der Partnersuche.

  2. Eine hohe Sterblichkeitsrate bzw. ein äußerst kurzes Leben. Wenn die Chance auf eine heterosexuelle Paarung deshalb nicht sehr hoch ist, dann ist gleichgeschlechtlicher Sex besser als gar kein Sex. Es könnte ja „das Richtige“ mit dabei sein.


„In diesem Fall können sie es sich nicht leisten, zusätzliche Kosten zu haben. Deshalb ist ihre optimale Strategie, sich wahllos zu paaren und auf das Glück zu hoffen. Natürlich führt diese wahllose Paarung dazu, dass gleichgeschlechtliches Sexualverhalten häufig vorkommt.“ - Brian A. Lerch  und Maria R. Servedio 


20 Tiere, die homosexuelles Verhalten zeigen


Sehen wir uns 20 Tierarten ewas genauer an, die nachweislich homosexuelles Verhalten zeigen können. Manche von ihnen sind zu Standard-Beispielen für schwule oder lesbische Tiere geworden - andere hingegen überraschen! Die Gründe für ihre Homo- bzw. Bisexualität sind vielfältig.


Löwen


Wenn sich zwei (oder noch mehr) Löwen-Männchen dazu entscheiden, ein Rudel gemeinsam zu führen, haben die Alphatiere auch Sex miteinander. Dieser Akt dient der Zusicherung von Loyalität und der Stärkung der gegenseitigen Bindung. Forscher sprechen hier aber eher von einer „innigen Männerfreundschaft“ als von einer homosexuellen Beziehung. Etwa acht Prozent aller Paarungen unter Löwen finden zwischen zwei Männchen statt. Sexuelle Handlungen zwischen Löwen-Weibchen wurden bisher nur in Gefangenschaft dokumentiert.



Delfine


Delfine zählen zu den Standard-Beispielen für homosexuelles Verhalten im Tierreich. Weibchen reiben ihre Genitalien aneinander oder berühren sich dort gegenseitig mit den Flossen. Auch die Schnauze kommt zum Einsatz. Männchen stecken ihren erigierten Penis sogar in das Atembloch eines anderen männlichen Delfins („Blowhole Penetration“). Es heißt, gleichgeschlechtlicher Sex käme fast genauso oft vor wie heterosexueller Geschlechtsverkehr. Angeblich wurde sogar homosexueller Gruppensex bei Delfinen beobachtet.


Zwergschimpansen (Bonobos)


Bonobos sind bekannt für ihr ausschweifendes Sexualleben. Für sie ist Sex ein Mittel um Streit zu schlichten, soziale Bindungen zu stärken oder in der Gruppen-Hierarchie aufzusteigen. Manche Forscher sagen, dass so gut wie alle Zwergschimpansen bisexuell sind. Wenn es um intime Zärtlichkeiten geht, scheint das Geschlecht für sie keine Rolle zu spielen. Es wird immer wieder beobachtet, wie Männchen sich gegenseitig am Glied saugen und Weibchen ihre Geschlechtsorgane aneinander reiben.



Störche


Lesbische Storch-Paare haben zum Zweck der Familiengründung vorübergehend eine „Dreier-Beziehung“ mit einem Männchen. Nach der „Samenspende“ geht der männliche Storch wieder seiner Wege und die Weibchen ziehen den Nachwuchs groß.


Elefanten


Homosexualität unter Elefanten beider Geschlechter ist gut dokumentiert. Auch Elefanten des gleichen Geschlechts berühren sich „sinnlich“ mit ihren Rüsseln und versuchen sich durch „Aufspringen“ zu paaren. Sie gehen sogar homosexuelle „Beziehungen“ miteinander ein, die im Durchschnitt länger halten, als heterosexuelle Partnerschaften.


Libellen


Wenn keine Weibchen in der Nähe sind, paaren sich Libellen-Männchen auch untereinander. Bis zu 80 Prozent aller männlichen Libellen haben im Laufe ihres Lebens Sex mit anderen Männchen.


Tauben


Tauben führen auch schwule oder lesbische „Beziehungen“. Manchmal legen Weibchen ein unbefruchtetes Ei ins Nest und versuchen es gemeinsam mit einem anderen Weibchen vergeblich auszubrüten.



Walrosse


Bis zur vollständigen Geschlechtsreife mit etwa vier Jahren haben männliche Walrosse nur sexuellen Kontakt mit anderen Männchen. Nach vier Jahren gelten sie als bisexuell.


Stockenten


Bis zu 20 Prozent aller Stockenten zeigen homosexuelles Verhalten. Viele heterosexuelle Beziehungen halten nur so lange, bis das Weibchen Eier legt. Danach wird das Weibchen durch das Männchen verstoßen. Der Nachwuchs wird danach von zwei männlichen Stockenten ausgebrütet.


Hyänen


Tüpfelhyänen leben matriarchal und zeichnen sich durch ihr äußert aggressives sexuelles Verhalten zwischen weiblichen Tieren aus – etwa als Kampf um Ressourcen und Futter. Nicht nur Männchen, sondern auch Weibchen können erhöhte Testosteronwerte aufweisen. Je mehr Testosteron ein Tier besitzt, desto aggressiver ist es. Bei der Paarung spielt das Geschlecht primär keine so wichtige Rolle. Diejenigen mit viel Testosteron besteigen die Tiere mit weniger Hormonen. Hier geht es um Dominanz.


Atlantik-Kärpflinge


Bei vielen Tierarten wirken Individuen, die bereits „vergeben“ sind, häufig attraktiver auf „Singles“. Männliche Atlantik-Kärpflinge (Familie der lebendgebärenden Zahnkarpfen) machen sich dies Zunutze, indem sie „Beziehungen“ mit anderen Männchen eingehen, um besser bei Fisch-Weibchen anzukommen. Durch dieses homo-erotische Verhalten wirken Männchen auf die Damen erst so richtig attraktiv. Unglaublich, aber wahr.


Flamingos


Schwule Flamingo-Pärchen sind dafür bekannt, anderen Paaren Eier zu klauen, um diese gemeinsam auszubrüten (gewaltsame Adoption).



Bisons


Bei den amerikanischen Bisons herrscht Frauenmangel. Die Weibchen paaren sich nur einmal im Jahr und den Rest der Zeit herrscht „Durststrecke“ für die Männchen. Wenn dann doch mal Lust aufkommt, muss ein anderes männliches Bison herhalten. Aber auch Weibchen wurden dabei beobachtet, wie sie sich gegenseitig besteigen. Es heißt, dass über 50 Prozent aller Bison-Paarungen gleichgeschlechtlich sind.


Pinguine


Pinguine sind ebenfalls ein Klassiker unter den homosexuellen Tieren. Männchen brüten gemeinsam verlassene Eier aus. Sollte gerade keines „frei“ sein, nehmen sie auch einen Stein als Ersatz oder stehlen ein fremdes Ei. Viele Zoos haben „schwule Pinguin-Pärchen“.



Giraffen


Kaum zu glauben, aber 90 Prozent aller sexuellen Handlungen bei Giraffen finden unter zwei Männchen statt. Sie reiben zum Beispiel ihre Hälse aneinander und kommen dabei manchmal sogar zum Orgasmus.


Eidechsen


Einige Schienenechsen-Arten können sich durch „Parthenogenese“ (Jungfernzeugung) fortpflanzen. Sie benötigen also nicht zwangsläufig ein Männchen für die Paarung. Es hat sich jedoch gezeigt, dass das Balzverhalten die Fruchtbarkeit der Weibchen steigert. Wenn zwei Eidechsen-Weibchen miteinander balzen, übernimmt das mit dem höchsten Östrogenspiegel den weiblichen und das mit dem niedrigsten Östrogenspiegel den männlichen Part.


Geier


Diese großen Vögel haben häufig gleichgeschlechtlichen Sex miteinander. Homosexuelle Pärchen bauen gemeinsam sogar Nester.



Iltisse


Bei Iltissen wurde schon häufiger Sex zwischen zwei Männchen beobachtet. Hierbei kommt es beim Aufspringen sogar zur analen Penetration.


Schwäne


Zwei von zehn Schwanenpärchen leben homosexuell. Wenn sich zwei Schwäne gefunden haben, bleiben sie in der Regel ein Leben lang zusammen – auch, wenn sie beide das gleiche Geschlecht haben. Wie bei manchen anderen Vogelarten kann es vorkommen, dass ein Weibchen nach dem Eierlegen von ihrem Männchen vertrieben wird. Das Ei wird dann von zwei männlichen Schwänen ausgebrütet.


Hausschafe


Etwa acht Prozent aller männlichen Hausschafe bevorzugen andere Männchen. Wie bereits beschrieben, wurde bei neurologischen Untersuchungen festgestellt, dass diese Männchen weniger Geschlechtshormone produzieren, als ihre heterosexuellen Artgenossen.



„Es gibt sehr wenige Forscher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es gilt als etwas, das sich nicht gerade sehr positiv auf die wissenschaftliche Laufbahn auswirkt. Wir müssen klarmachen, dass Homosexualität kein Tabu sein sollte. […] Wir wollen den Menschen zeigen, dass Homosexualität keine Bedrohung für die Evolution ist.“ - Jasper Buikx, Biologe am ARTIS Zoo in Amsterdam
 

Quellen bzw. weiterführende Links:


(1) Oxford Academic: „The Volume of a Sexually Dimorphic Nucleus in the Ovine Medial Preoptic Area / Anterior Hypothalamus Varies with Sexual Partner Preference“

(2) Nature Magazine: „Same-sex sexual behaviour and selection for indiscriminate mating“

(3) The Royal Society: „Homosexual behaviour increases male attractiveness to females“

(4) Der Spiegel: „Wenn zwei Löwenmänner Liebe machen“

(5) Der Spiegel: „Männergesellschaft macht Libellen schwul“

(6) mdr: „Evolution des Sexualverhaltens - Warum manchen Tieren das Geschlecht beim Sex egal ist“

(7) GEO: „Homosexualität im Tierreich“

(8) Deutsche Welle: „Schwule, Lesben und Bisexuelle - im Tierreich ganz normal“