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  • Anastasia Michailova

Ichthyosaurus: Steckbrief und 10 spannende Fakten über den Dinosaurier

Der Ichthyosaurus war einer der bekanntesten „Fischsaurier“ und der Namensgeber einer ganzen Dinosaurier-Gruppe. In diesem Artikel erfährst du 10 spannende Fakten, die du über den Meeressaurier, der vor Millionen von Jahren lebte, vielleicht noch nicht wusstest.


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Hintergrund: Lubo Minar (Unsplash)

Ichthyosaurus: Steckbrief

  • Gattung: Ichthyosaurus („Fischechse“)

  • Gruppe: Ichthyosaurier

  • Entdeckung: 1821 (Henry Thomas de la Bèche

  • & William Daniel Conybeare)

  • Zeitliches Auftreten: vor 201,3 bis 190,8 Mio. Jahren (Unterjura)

  • Fundorte: Europa (England, Deutschland, Belgien, Schweiz)

  • Körperlänge: bis 3 Meter

  • Gewicht: bis 90 kg



1. Ichthyosaurus musste zum Luftholen an die Oberfläche.


Auch wenn Ichthyosaurus – die „Fischechse“ – optisch sehr an einen Fisch erinnert, war er dennoch ein Reptil und besaß Lungen. Das bedeutet, er musste regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen, um Luft zu holen. Vermutlich konnte Ichthyosaurus die Luft jedoch bis zu 2 Stunden anhalten – ähnlich wie heute lebende Pottwale. Grund dafür ist sein Jagdverhalten – dazu gleich mehr.


2. Ichthyosaurus war bei weitem nicht der größte Ichthyosaurier!


Er ist zwar der Namensgeber für die ganze Gruppe der Ichthyosaurier, aber Ichthyosaurus selbst war im Vergleich zu anderen „Fischsauriern“ vergleichsweise klein. Durchschnittlich wurde Ichthyosaurus 2 Meter lang. Das größte bisher bekannte Individuum wurde 3,3 Meter lang. Die größten Vertreter der Gruppe der Ichthyosaurier (z. B. Mixosaurus) konnten jedoch bis zu 25 Meter lang werden und damit die Größe von heute lebenden Blauwalen erreichen.


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Die Größe eines Ichthyosaurus im Vergleich zu einem Menschen.

3. Ichthyosaurus gebar seine Jungen lebend.


Ichthyosaurier gelten als lebendgebärend. Das bedeutet, dass die Muttertiere keine Eier legten. Der Nachwuchs wurde bis zum Schluss im Mutterleib ausgetragen und dann geboren. Es konnten bereits Fossilien von mehr als 50 weiblichen Ichthyosaurier-Exemplaren gefunden werden, bei denen sich Jungtiere unter den Rippen befanden. Jedes Muttertier trug maximal 11 Junge. Vermutlich wurden sie, wie bei heutigen Delfinen, mit dem Schwanz zuerst geboren. Das sollte sicherstellen, dass sie nicht ertrinken und so schnell wie möglich an die Oberfläche schwimmen, um zum ersten Mal Luft zu holen.


4. Früher ging man davon aus, dass Ichthyosaurus zum Teil an Land lebte.


Zu Beginn vermuteten Forscher, dass Ichthyosaurus an Land kam, um Eier abzulegen. Diese Theorie wurde jedoch schnell verworfen. Tatsächlich war das Reptil vollständig an das Leben im Wasser angepasst.


„Sie (die Ichthyosaurier) geben uns einen Eindruck davon, wie aus einem an Land lebenden Reptil ein halb aquatisch lebendes und später fischähnliches Wesen werden konnte.“- Stephen L. Brusatte, US-amerikanischer Paläontologe und Evolutionsbiologe


5. Viele sehr gute Ichthyosaurus-Fossilien stammen aus Deutschland.


In Holzmaden (Baden-Württemberg) wurden hunderte von Ichthyosaurier-Fossilien entdeckt. Manche von ihnen sind so gut erhalten, dass sich die Gelenke in den Knochen noch bewegen lassen. Außerdem blieben einige Hautumrisse sichtbar, durch die sich heute rekonstruieren lässt, dass Ichthyosaurus eine fleischige Rückenflosse und große Schwanzflosse besaß.


6. Was fraß Ichthyosaurus?


Die Analyse von sogenannten Koprolithen (versteinertem Kot, auch „Kotstein“ genannt) und Überresten aus fossilen Mägen von Ichthyosaurus-Exemplaren ergab, dass sich dieser Meeresdinosaurier von Fischen und Tintenfischen ernährte. Er war also ein Fleischfresser. Es gab auch andere Ichthyosaurier, die sogar „härtere“ Beute wie Muscheln und Schildkröten fraßen.


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Ein Ichthyosaurus-Fossil im Goldfuß-Museum der Universität Bonn. Bild: Camillo1313 (Creative Commons)

7. Ichthyosaurus hatte ein gutes Gehör.


Die Ohrknochen des Ichthyosaurus waren sehr robust, was darauf hindeutet, dass das Tier damit Schwingungen aus dem Wasser bis ins Innenohr übertragen konnte. Ichthyosaurus war also in der Lage Geräusche aus seiner Umgebung gut wahrzunehmen.


8. Ichthyosaurus hatte große, lichtempfindliche Augen.


Die guten Augen des Ichthyosaurus lassen vermuten, dass das Tier auf Sicht jagte und sehr tief tauchte. Im Verhältnis zur Körperlänge hatte der Meeresdinosaurier sehr große Augäpfel. Vermutlich waren diese äußerst lichtstark und konnten auch bei wenig Licht sehen. Die Augen des Ichthyosaurus waren außerdem von einer knöchernen, ringförmigen Verstärkung (Skleralring) umgeben, die dafür sorgte, dass sich die Augen auch bei starkem Wasserdruck nicht verformten.



9. Ichthyosaurus hatte dunkle Haut.


Bei Ichthyosaurus-Fossilien konnten Spuren von dunklen Pigmenten (Eumelanin) nachgewiesen werden. Es wird vermutet, dass zumindest einige Ichthyosaurier vollständig dunkel gefärbt waren und keinen hellen Bauch besaßen. Heute lebende Pottwale, die ebenfalls tief tauchen können, besitzen auch einfarbig dunkle Haut.


10. Es gibt ein klassisches Gedicht über den Ichthyosaurus.


Der deutsche Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel schrieb im 19. Jahrhundert ein Gedicht, in dem er auf humoristische Weise das Aussterben des Ichthyosaurus hin zur Kreidezeit beschreibt. Hier ein Auszug:


„Es rauscht in den Schachtelhalmen, verdächtig leuchtet das Meer, da schwimmt mit Tränen im Auge ein Ichthyosaurus daher. Ihn jammert der Zeiten Verderbnis, denn ein sehr bedenklicher Ton war neuerlich eingerissen in der Liasformation.* […]“


- „Der Ichthyosaurus“ von Joseph Victor von Scheffels

*Lias: eine Bezeichnung für das Zeitalter des Unterjura


 

 

Quellen bzw. weiterführende Links:


(1) Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde: „The Ichthyosauria“

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