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  • Anastasia Michailova

Plesiosaurus: Steckbrief & 10 Fakten über den Meeressaurier

Aktualisiert: 7. Mai

Dieses langhalsige Reptil gehört zu den bekanntesten Meeressauriern der Welt. Aber was weißt du wirklich über den Plesiosaurus? Hier erfährst du 10 spannende Dinge, die du über das außergewöhnliche Urzeittier vielleicht noch nicht wusstest!


Plesiosaurus, Steckbrief
10 spannende Fakten über Plesiosaurus

Plesiosaurus: Steckbrief


  • Gattung: Plesiosaurus („Fast-Echse“)

  • Gruppe: Plesiosaurier / Plesiosauria

  • Entdeckung: 1821

  • Zeitliches Auftreten: vor 201,3 bis 190,8 Mio. Jahren (Unterjura)

  • Fundorte: Großbritannien

  • Körperlänge: bis 3,5 Meter

  • Gewicht: bis 500 Kilogramm



1. Der Plesiosaurus gab einer ganzen Meeressaurier-Gruppe ihren Namen.


Der Plesiosaurus ist der „Archetyp“ der Gruppe der Plesiosaurier. Von ihnen gibt es zahlreiche Gattungen, darunter Kaiwhekea, Polycotylus, Thalassiodracon, Macroplata und Microcleidus. Vom Plesiosaurus selbst gibt es nur eine einzige Unterart: den Plesiosaurus dolichodeirus. Und obwohl Plesiosaurus der Namensgeber war, ist er mit seinen bis zu 3,5 Metern Körperlänge ein relativ kleiner Vertreter der Plesiosaurier. Andere Arten konnten bis zu 20 Meter lang werden.


2. Manche halten einen Plesiosaurus für das „Monster von Loch Ness“.


Da sehr viele entsprechende Fossilien in Großbritannien gefunden wurden und dieser Meeressaurier optisch zu den bisherigen Sichtungen passt, wird von manchen vermutet, dass es sich beim „Loch Ness Monster“ um einen Plesiosaurus handelt. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es jedoch unmöglich, dass ein solches Urzeittier bis heute überlebt hat.


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Die Größe eines Plesiosaurus im Vergleich zu einem Menschen.

Wissenswert: Im Jura vor rund 200 Mio. Jahren war Großbritannien ein urzeitliches Flachmeer.


3. Plesiosaurus hatte Flossen wie Paddel.


Die charakteristischen Flossen des Plesiosaurus prägen sein Bild. Ursprünglich stammte das Meeresreptil von Landwirbeltieren ab. Ihre Beine entwickelten sich jedoch langsam zu 4 paddelartigen Beinflossen. Die vorderen beiden sind etwas länger als die hinteren. Damit war Plesiosaurus perfekt an das Leben im Wasser angepasst und wahrscheinlich ein ausgezeichneter und wendiger Schwimmer.


4. Plesiosaurus konnte im Wasser „fliegen“.


Zunächst dachte man, dass das Meeresreptil mit seinen Flossen „ruderte“. Allerdings passt die Form der Flossen nicht zu dieser Theorie. Diese sehen nämlich wie Flügel aus. Heute vermuten Paläontologen, dass Plesiosaurus wie eine Schildkröte im Wasser „schwebte“ und sich „fliegend“ durch die Meere bewegte. Der Saurier hatte vergrößerte Brust- und Beckenknochen, was auf eine ausgeprägte Muskulatur hindeutet – ein weiteres Indiz für den „Unterwasser-Flug“.



Durch die Auf- und Abwärtsbewegungen der Paddel, die wie das Schlagen mit Flügeln aussehen, werden verschiedene Druckverhältnisse ober- und unterhalb der Flossen erzeugt. Diese werden dann zur Fortbewegung genutzt. Heute lebende Meeresschildkröten verwenden zum Antrieb vor allem die vorderen Extremitäten. Plesiosaurus hingegen hatte auch gut entwickelte Hinterflossen und nutzte alle vier Paddel zum Schwimmen.


5. Warum hatte Plesiosaurus einen so langen Hals?


Einen beträchtlichen Teil seines Körpers machte der lange Hals aus. Dieser war allerdings nicht so beweglich, wie er gerne dargestellt wird. Anatomische Untersuchungen zeigten, dass Plesiosaurus seinen Hals nur sehr begrenzt nach oben und zur Seite bewegen konnte. Zeichnungen, auf denen dieses Meeresreptil seinen langen Hals zu einer „S-Form“ krümmt, sind also inkorrekt. Allerdings konnte das Tier seinen Hals sehr gut nach unten bewegen. Das lässt vermuten, dass Plesiosaurus zum Beispiel bei der Nahrungssuche viel am Meeresboden schwamm und der lange Hals hier von Vorteil war.


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Ein Plesiosaurus-Fossil im Zigong Dinosaur Museum, China. Bild: 苏你妹~ (CC)

6. Plesiosaurus jagte nur kleine Beute.


Der Plesiosaurus fraß vor allem Ammoniten, Muscheln, Krebse und kleine Tiere am Meeresgrund. Trotz seiner doch beachtlichen Körpergröße jagte der Saurier keine großen Beutetiere.


7. Plesiosaurus musste regelmäßig an die Oberfläche, um Luft zu holen.


Obwohl der Plesiosaurus ein Meeresbewohner war, musste er dennoch regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen, um Luft zu holen. Der Meeressaurier besaß keine Kiemen, sondern Lungen. Wie lange er die Luft anhalten konnte, ist unklar. Zum Vergleich: Heute lebende Delfine können mehrere Minuten lang die Luft anhalten. Pottwale und Schnabelwale tauchen sogar zwei Stunden lang bis in die Tiefsee, ohne atmen zu müssen.



8. Plesiosaurus schluckte Magensteine.


In den Überresten vieler Plesiosaurier fanden sich Magensteine. Womöglich wurden diese von den Meeressauriern verschluckt, um die Verdauung anzuregen und die Nahrung im Magen weiter zu zerkleinern. Es gibt jedoch eine zweite Theorie. Heute lebende Krokodile schlucken ebenfalls Steine, um den Auftrieb, der durch die mit Luft gefüllten Lungen entsteht, wieder auszugleichen. Da auch Plesiosaurus Lungen hatte, nutzte er das zusätzliche Gewicht der Steine vermutlich ebenso, um sich besser im Wasser fortbewegen zu können und nicht gegen den Auftrieb ankämpfen zu müssen.


9. Plesiosaurus hatte ein kleines Gehirn und viele spitze Zähne.


Im Vergleich zu seiner Körpergröße hatte der Meeressaurier einen sehr kleinen Schädel und ein entsprechend kleines Gehirn. In seinen Kiefern befanden sich viele spitze Zähne. Seine Schnauze war relativ breit, wurde nach vorne hin aber immer schmaler. Vermutlich konnte er damit gut im Sand des Meeresbodens nach Nahrung wühlen.


10. Plesiosaurus gebar seine Jungen lebend und kümmerte sich noch lange um seinen Nachwuchs.


Anders als an Land lebende Dinosaurier legte Plesiosaurus keine Eier, sondern gebar seinen Nachwuchs lebend. Paläontologen gehen davon aus, dass die Eltern ihre Jungen noch lange umsorgten – ähnlich wie heutige Wale. Zum Vergleich: Delfinmütter kümmern sich manchmal mehr als 3 Jahre lang um ihren Nachwuchs, bevor dieser eigene Wege geht bzw. schwimmt.



 
 

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