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  • Anastasia Michailova

Diese 8 Folgen hat der Klimawandel für deinen Körper | Klima & Gesundheit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Der Klimawandel hat körperliche Auswirkungen auf uns Menschen. Manche Folgen sind unmittelbar spürbar. Andere kommen verzögert oder wirken indirekt, was die Gesundheitsrisiken besonders gefährlich macht. Dieser Beitrag erklärt dir, was die Erderwärmung mit deinem Körper macht.


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Was macht der Klimawandel mit deinem Körper?

Die Erderwärmung verändert die Temperaturen, Niederschläge und Wettermuster unseres Planeten. Das hat tiefgreifende Folgen für ganze Ökosysteme. Mittendrin: Tiere, Pflanzen und wir Menschen. Bestehende Probleme werden durch den Klimawandel verschärft, neue Krisen und Gefahren entstehen. Einen dieser Kämpfe führt jeder für sich allein – mit seinem eigenen Körper. Denn die Umweltveränderungen machen vor niemandem Halt. Was passiert mit uns, wenn sich das Klima weiter verändert? Welchen zusätzlichen Risiken sind wir ausgesetzt?



1. Hitze erhöht die Sterblichkeitsrate.


Durch den Klimawandel steigen die durchschnittlichen Temperaturen auf der Erde. Hitzewellen nehmen zu, was zu gesundheitlichen Risiken führt.


Warum kommt es in Städten zu Hitzestau?


Menschen in Städten und Metropolen leiden besonders unter der Erderwärmung. Denn hier kommt es häufig zum sogenannten „Wärmeinsel-Effekt“ oder zu „Hitzestau“. Der Grund: Versiegelte Flächen und Fassaden wärmen sich auf und speichern die Hitze über längeren Zeitraum. Dichte Bebauung behindert den Luftaustausch und die Frischluftzufuhr. Laut dem NABU kann es in Städten deshalb bis 10 Grad Celsius wärmer sein als im Umland.


Die Lösung: Nicht zu dichte Bebauung und mehr Bäume bzw. Grünflächen in Städten. Untersuchungen haben ergeben, dass Bäume ihre Umgebung messbar abkühlen können. Ein einziger Baum kühlt so stark wie 10 Klimaanlagen.



Welche Folgen hat Hitze für den menschlichen Körper?


Im Allgemeinen können hohe Umgebungstemperaturen zu Hitzestress führen. Der Körper verstärkt die Durchblutung der Extremitäten, um die eigene Temperatur zu regulieren. Das führt zu einem höheren Energieverbrauch, was das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet. Zu den frühen körperlichen Symptomen bei Hitze zählen Kopfschmerzen, Müdigkeit oder mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Hohe Temperaturen wirken sich insgesamt auf verschiedene Organe im Körper aus (vgl. Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit):


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Gesundheitliche Folgen von Hitze

Gehirn


  • Erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die mit der Durchblutung des Gehirns zusammenhängen

  • Schlechtere mentale Gesundheit

  • Mehr Aggressivität und Gewaltbereitschaft


Herz


  • Belastung des Herz-Kreislauf-Systems

  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkte

  • Verschlimmerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Lunge


  • Mehr Belastung durch bestehende Atemwegserkrankungen (z. B. Begünstigung von Asthmaanfällen)

  • Auch erhöhte Ozonkonzentrationen der Außenluft, die durch Hitze verursacht werden, verschlimmern bestehende Atemwegserkrankungen (dazu später mehr)


Schwangerschaft


  • Erhöhtes Risiko für Frühgeburten

  • Erhöhtes Risiko für ungünstige Geburtsereignisse (z. B. geringes Geburtsgewicht oder Kindestod)


Nieren


  • Erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen (z. B. akute oder chronische Niereninsuffizienz)



Diese 8 Risikogruppen sind bei Hitze besonders gefährdet


1. Ältere Menschen: Personen ab 65 Jahren haben aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses häufig ein vermindertes Durstgefühl und eine reduzierte körpereigene Thermoregulation. Insbesondere alleinlebende ältere Menschen sind bei Hitzewellen gefährdet.


2. Kinder und Säuglinge: Kleine Kinder überhitzen schneller, da sie weniger schwitzen und seltener eigenständig trinken. Außerdem fehlt ihnen die Möglichkeit, Unwohlsein gezielt zu äußern.


3. Menschen mit Vorerkrankungen: Bestimmte chronische Erkrankungen stellen ein erhöhtes Risiko bei Hitze dar. Diabetes mellitus verringert die Wärmeableitung aufgrund von Durchblutungsstörungen und reduziertem Schwitzen. Herz-Kreislauf-Probleme stören die Temperaturregulierung. Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis gefährden die Luftzufuhr. Nierenleiden begünstigen ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt.


4. Pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung: Körperlich und geistig eingeschränkte Personen können Probleme damit haben, sich vor Hitze zu schützen und um Hilfe zu bitten.


5. Schwangere: Der Körper von Schwangeren erzeugt mehr Wärme, da Stoffwechsel und Blutzirkulation erhöht sind. Außerdem kommt es bei Hitze häufiger zu Frühgeburten.


6. Menschen, die Medikamente einnehmen: Bestimmte Medikamente schränken die körpereigene Temperaturregulierung und kognitive Wachsamkeit ein, beeinflussen den Blutdruck und die Gefäßspannung. Zu diesen Substanzen gehören unter anderem Antidepressiva, Antihistaminika, Mittel gegen Parkinson, Betablocker, Antipsychotika, Antiepileptika und Mittel zur Muskelentspannung.


7. Menschen, die im Freien oder körperlich schwer arbeiten: Wer bei Hitze körperlich schwer arbeitet, setzt sich zusätzlich großer Belastung aus. Beim Aufenthalt in der prallen Sonne kommt hohe UV-Strahlung hinzu.


8. Wohnungslose Menschen: Menschen, die auf der Straße leben, sind bei Hitze besonders gefährdet. Häufig fehlen Abkühlungs- und Erfrischungsmöglichkeiten. Soziale Isolation, mögliche Sucht- und Vorerkrankungen verschärfen die Situation bei hohen Umgebungstemperaturen zusätzlich.




2. Der Klimawandel verstärkt die UV-Strahlung.


Der Klimawandel schwächt die Ozonschicht der Erde. Die Zunahme von halogenhaltigen Treibhausgasen (zum Beispiel Fluor, Chlor, Brom und Iod) in der Atmosphäre wirkt ozonabbauend. Ozon wiederum schützt die Erdoberfläche vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) der Sonne.


Kann sich die Ozonschicht wieder erholen?


Gute Nachrichten: Die Ozonschicht kann sich wieder regenerieren. Studien zeigen, dass das Verbot bestimmter ozonabbauender Stoffe (halogenierte Verbindungen wie z. B. Fluorchlorkohlenwasserstoffe / FCKW) bereits positive Auswirkungen auf die Ozonschicht hatte. Allerdings schreitet der Ozonabbau vor allem in der unteren Stratosphäre weiter voran (vgl. Bundesamt für Strahlenschutz).


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Ohne Atmosphäre wäre Leben auf der Erde nicht möglich.

Welche Auswirkungen hat UV-Strahlung auf den menschlichen Körper?


UV-Strahlung kann kurzfristige, aber auch langfristige Folgen für uns Menschen haben. Zu den unmittelbaren Auswirkungen zählen Sonnenbrand und Bindehautentzündungen. Langfristig kann intensive UV-Bestrahlung zu vorzeitiger Hautalterung, Hautkrebs und Linsentrübung (Grauer Star) führen.


Was ist der beste UV-Schutz?


Um sich vor UV-Strahlung zu schützen, wird empfohlen lange und lockere Kleidung aus dicht gewebten Materialien zu tragen. Es gibt spezielle Textilien, die gezielt undurchlässig für UV-Strahlen sind. Synthetische und halbsynthetische Stoffe wie Polyester oder Viskose haben sich als besonders geeignet erwiesen, weil sie dicht gewebt und trotzdem leicht bzw. in heißen Sommermonaten angenehm zu tragen sind. Zusätzlich zur Kleidung sollte im Freien ein Sonnenhut und gegebenenfalls eine Sonnenbrille getragen werden. Unbedeckte Körperstellen sollten mit einer Sonnenmilch (Lichtschutzfaktor 50) eingecremt sein.


3. Der Klimawandel fördert Luftverunreinigungen durch bodennahes Ozon.


Hitze kann dafür sorgen, dass die Qualität der Außenluft abnimmt. Der Grund hierfür ist die Bildung von bodennahem Ozon – ein unsichtbares Gesundheitsrisiko (vgl. Umweltbundesamt).


Was ist Ozon?


Ozon ist ein wichtiges Spurengas, das unsere Erde vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) der Sonne schützt. Das Gas ist farblos und giftig. Normalerweise kommt es in der sogenannten „Ozonschicht“ unserer Atmosphäre vor – in einer Höhe von 20 bis 30 Kilometern. In geringen Mengen ist Ozon geruchlos. In höheren Dosen riecht das Gas stechend-scharf bis chlorähnlich.



Wie entsteht bodennahes Ozon?


Ozon in Bodennähe wird nicht freigesetzt bzw. emittiert. Es entsteht durch komplexe photochemische Prozesse, wenn intensive Sonneneinstrahlung auf sogenannte Vorläuferschadstoffe trifft – zum Beispiel auf Stickstoffoxide aus dem Straßenverkehr oder flüchtige organische Verbindungen aus Lösemitteln wie Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln. Diese Vorläuferschadstoffe können auch auf natürliche Weise entstehen, sind jedoch zu einem Großteil menschengemacht. Ozon wird deshalb auch als sekundärer Schadstoff bezeichnet.


Was passiert, wenn man erhöhten Ozonwerten ausgesetzt ist?


Ozon ist ein Reizgas und führt zu Reizungen in den Augen, zu Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen. Werden höhere Mengen Ozon eingeatmet, kann dies das Lungengewebe beeinträchtigen, Entzündungen hervorrufen und die Lungenfunktion schwächen. Untersuchungen zeigten, dass sich Personen spätestens nach 48 Stunden ohne hohe Ozonwerte wieder erholen.


Wie kann man sich vor Ozon schützen?


Hohe Ozonwerte treten in Kombination mit hohen Temperaturen auf. Deshalb wird empfohlen, das Haus oder die Wohnung während der Mittagshitze zwischen 12 und 15 Uhr nicht zu verlassen. Dabei sollten die Fenster geschlossen bleiben, da Ozon durch das Lüften auch in die Innenräume gelangt. Deshalb kann das Lüften auf die Morgen- bzw. Abendstunden verschoben werden.


4. Der Klimawandel erhöht die Unfallgefahr durch Extremwetterereignisse.


Infolge des Klimawandels nehmen Extremwetterereignisse zu. Hitzewellen führen zu Dürren, die wiederum Brände begünstigen. Auf der anderen Seite kommt es vermehrt zu Starkregen, schweren Gewittern und Unwettern, die Verwüstungen und Überschwemmungen mit sich bringen. Forscher konnten mit verfeinerten Klimamodellen einen Zusammenhang zwischen zunehmenden Extremwetterereignissen und dem Voranschreiten des Klimawandels feststellen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet zukünftig hierzulande mit mehr Stürmen, Starkregen aber auch Hitzewellen.


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Der Klimawandel begünstigt Extremwetter.

Wie genau der Klimawandel unser Wetter beeinflusst ist sehr kompliziert und immer noch nicht ganz klar. Die globale Erwärmung scheint nicht nur die allgemeine Durchschnittstemperatur zu beeinflussen, sondern auch Luftströme, die wiederum für andere Wetterfaktoren wichtig sind (vgl. ARD alpha).


„Die Hitze-Extreme nehmen nicht einfach nur deshalb zu, weil wir den Planeten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters. Die verringerten täglichen Schwankungen, die wir beobachten, führen zu länger anhaltenden Wetterlagen. Und diese lassen Extreme entstehen, die sich über Wochen erstrecken.“ – Dim Coumou, Klimaforscher an der Universität Amsterdam & am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Überschwemmungen, starke Stürme, Waldbrände und Dürren erhöhen die Unfallgefahr für uns Menschen, zerstören Infrastrukturen, Nahrungsgrundlagen und Gebäude. Die Extremwettereignisse, die infolge des Klimawandels zunehmen, sind ein Risiko für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.



5. Der Klimawandel fördert die Verbreitung allergener Pollen.


Laut dem Robert Koch-Institut leiden deutschlandweit etwa 14,8 Millionen Menschen an einer Pollenallergie – auch Heuschnupfen genannt. Für diese Bevölkerungsgruppe bringt der Klimawandel ein weiteres Problem mit sich. Pollen fliegen immer früher und Pflanzen produzieren immer größere Mengen an Pollen. Außerdem wachsen hierzulande immer mehr allergene Pflanzen, die klimatisch bedingt vorher nicht in Deutschland gedeihen konnten (vgl. SWR).


Warum gibt es immer mehr Pollen?


Noch vor kurzem war eine Pollenallergie nur ein saisonales Problem. Mittlerweile muss der Pollenflugkalender angepasst werden und gilt mitunter das ganze Jahr. Baumpollen wie die der Birke, Erle und Haselnuss fliegen immer früher, da die Bäume aufgrund von milden Temperaturen häufig schon sehr früh blühen. Gräser hingegeben blühen tendenziell immer später. Deshalb kann es passieren, dass ein Allergiker fast das ganze Jahr über unter Beschwerden leidet.


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Der Klimawandel sorgt für mehr allergene Pollen.

Der Klimawandel sorgt außerdem dafür, dass die Pflanzen außergewöhnlich viele Pollen produzieren. Die Deutsche Pollenstiftung führt das auf „Klimastress“ zurück, den die Pflanzen empfinden. Die Gewächse versuchen als Reaktion auf die ungewöhnlichen Temperaturen noch stärker, ihre Art zu erhalten und bilden deshalb zusätzlich mehr Pollen.


6. Der Klimawandel erhöht das Risiko für Krankheiten durch Verunreinigung von Wasser und Nahrungsmitteln.


Es gibt eine Reihe von wasser- und lebensmittelbedingten Krankheiten. Und diese könnten im Verlauf des Klimawandels zunehmen (vgl. Climate ADAPT).


Krankheitserreger profitieren von höheren Wassertemperaturen.


Höhere Wassertemperaturen beschleunigen das Wachstum bestimmter Krankheitserreger. In Europa sind dies vor allem Erreger der Legionärskrankheit, Salmonellose, Kryptosporidiose und Campylobacteriose. Krankheitserreger wie Legionellen oder Salmonellen können auf drei Wegen übertragen werden: durch Trinkwasser, Freizeitwassernutzung und den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln (z. B. Meeresfrüchten). Man nennt diese Art der Übertragung auch „Vibrio-Infektion“. Die Folgen können schwere Magen-Darm-Infekte und Wundinfektionen mit Sepsis bzw. Blutvergiftung sein. Auch Todesfälle sind möglich.


Beobachtungen zeigen, dass in Deutschland vor allem der Anstieg der Oberflächentemperaturen der Ostsee ein Haupttreiber von Vibrio-Infektionen in den letzten Jahrzehnten geworden ist. Gestiegene Wassertemperaturen in Kombination mit dem niedrigen Salzgehalt des Binnenmeeres bieten optimale Bedingungen für das Gedeihen verschiedener Krankheitserreger. Auch extreme Niederschläge und Überschwemmungen, die mit dem Klimawandel zunehmen, bieten zusätzliche Gelegenheiten für uns Menschen, um Opfer von Vibrio-Infektionen zu werden.



Der Klimawandel fördert Antibiotikaresistenzen bei verschiedenen Krankheitserregern.


Es gibt mittlerweile ökologische Hinweise darauf, dass steigende Temperaturen mit einer erhöhten Antibiotikaresistenz bei bestimmten Krankheitserregern in Verbindung stehen. Zu diesen Erregern zählen zum Beispiel Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Staphylococcus aureus.


7. Der Klimawandel erhöht das Risiko für Krankheiten, die von Tieren auf uns Menschen übertragen werden.


Steigende Temperaturen sorgen dafür, dass sich bestimmte Tierarten verbreiten, die uns Menschen mit Krankheiten infizieren können. Man nennt diese Infektionskrankheiten auch „vektorübertragene Krankheiten“, wobei einzelne Tierarten die sogenannten „Vektoren“ sind. Erreger, die zuvor als tropisch galten, breiten sich infolge des Klimawandels immer mehr Richtung Norden aus (vgl. Deutsches Netzwerk für vernachlässigte Tropenkrankheiten)


Zecken


Diese kleinen Spinnentiere sind ein Paradebeispiel für vektorübertragene Krankheiten. Zecken können Menschen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose infizieren. Steigende Temperaturen sorgen dafür, dass Zecken auch in nördlichen Gebieten (mittlerweile sogar im Norden Schwedens und Norwegens) immer heimischer werden. Mildere Winter bieten ein üppigeres Nahrungsangebot für Nagetiere, die wiederum als Wirtstiere von Zecken gelten.


Stechmücken


Auch die Mückenpopulationen hierzulande machen Forschern zunehmend Sorgen. Seit Jahren schon wird die Ausbreitung der Tigermücke in unseren Breitengraden beobachtet. Die Tigermücke kann Gelbfieber-Viren, Dengue-Viren und Chikungunya-Viren übertragen. Aber auch andere Stechmücken bzw. Sandmücken können in Kombination mit Krankheiten wie Malaria oder Zika langfristig ein neues Risiko für Deutschland darstellen.


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Milde Temperaturen fördern die Ausbreitung der Tigermücke in Deutschland.

Noch vor 150 Jahren war die Malaria in Deutschland häufig anzutreffen. Erst Mitte der 1950er Jahre wurde sie hierzulande ausgerottet. Trotzdem schätzt die WHO, dass Deutschland so schnell kein neuer Malaria-Herd werden wird. Aber mit den steigenden Temperaturen breiten sich zunehmend gefährliche Tierarten aus, die zu einer „Flut neuer exotischer Krankheiten in Europa“ führen könnten, so das Ärzteblatt.


Zoonosen


Es gibt noch einen weiteren Begriff für Krankheiten, die artübergreifend ansteckend sind: Zoonosen. Dabei handelt es sich nicht nur um Viren, sondern auch um Bakterien, Pilze und Parasiten. Bekannte Beispiele für Zoonosen sind Tollwut, Borreliose und die Vogelgrippe.


Der Klimawandel und der Eingriff des Menschen in verschiedene Ökosysteme führen dazu, dass Tierarten zunehmend in andere Gebiete abwandern und uns räumlich näher kommen. Natur und Zivilisation treffen immer mehr aufeinander. Dabei werden auch Erreger ausgetauscht, sie ansonsten nicht ausgetauscht worden wären.



Ein tiefergehendes Beispiel für eine Zoonose: Die Kyasanur-Waldkrankheit kommt vor allem in einer spezifischen Region in Indien vor und wird durch ein bestimmtes Virus verursacht. Bei Menschen führt diese Krankheit zu Erbrechen, Durchfall, Darmblutungen, Fieber-, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann der Krankheitsverlauf sogar zum Tod führen (vgl. Helmholtz Klima Initiative).


Das Virus selbst kommt ursprünglich von infizierten kleinen Säugetieren wie Ratten oder Mäusen, die im örtlichen Regenwald leben. Zecken saugen das Blut dieser kleinen Nager und tragen das Virus in sich. Ein neuer Wirt dieser Zecken sind die Rinder der ansässigen Reisbauern. Die Zecken befallen Menschen normalerweise nicht, aber durch den ständigen Kontakt mit den bereits befallenen Rindern, kommt es vermehrt zu Zeckenbissen bei Menschen. Hier wechselt ein Krankheitserreger also den Wirt auf eine Weise, die vor der Expansion des Menschen in naturnahe Gebiete nicht vorhanden war. Aufgrund des Klimawandels wird es immer häufiger vorkommen, dass Tierarten ihre ursprünglichen Lebensräume verlassen und der Kontakt mit Menschen zunimmt.


„Eine potenzielle Gefahr stellen Zoonosen für die menschliche Gesundheit vor allem deshalb dar, weil unser Immunsystem nicht auf sie vorbereitet ist. Hinzu kommt, dass die Generationen von Viren sich deutlich schneller abwechseln, sich damit also auch evolutionär deutlich schneller verändern als Menschen.“ – Fabian Leendertz, Direktor des Helmholtz-Instituts für One Health (HIOH)


8. Der Klimawandel erhöht das Risiko für Pflanzenschädlinge, die landwirtschaftliche Flächen und Wälder befallen.


Sogenannte Agrarschädlinge beeinträchtigen auch die Landwirtschaft in Deutschland. Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung bestimmter Insekten, die Pflanzen befallen und in manchen Fällen (Blattläuse) sogar Viruserkrankungen mitbringen. Der Klimawandel gefährdet in gewisser Weise auch unsere Ernährung und Lebensmittelzufuhr.


Wanzenarten breiten sich in Deutschland aus.


Zu den bekanntesten Agrarschädlingen gehören zum Beispiel Wanzen, darunter die Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze. Letztere stammt ursprünglich aus Ostasien. Beide verursachen Ernteausfälle, indem sie Obst, Gemüse und Getreide befallen. Die Marmorierte Baumwanze führt vor allem zu Verlusten bei Mais und Kartoffeln – Sorten, die in Deutschland großflächig angebaut werden. In Italien wurden die Schäden durch Wanzen zuletzt auf mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr geschätzt.


Der Deutsche Bauernverband rechnet mit einer Zunahme von Agrarschädlingen. Der Grund: Immer mildere Winter. Auch der Japankäfer, der eigentlich aus Asien und den USA stammt und große Fraßschäden an Obstbäumen, Mais, Bohnen und Wein verursacht, wurde bereits in Deutschland entdeckt (vgl. Berliner Morgenpost).


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Japankäfer können ganze Ernten vernichten.

Immer mehr Forstschädlinge befallen Wälder.


Auch Forstschädlinge profitieren vom Klimawandel. Borkenkäfer schwärmen dank wärmerer Frühlingsmonate immer früher aus. Durch Trockenheit und Dürre sinken die Abwehrkräfte der Bäume. Höhere Temperaturen und verminderter Sommerniederschlag begünstigen das Wachstum von pathogenen Pilzen – zum Beispiel Rotfäule oder Hallimasch (vgl. Bayrische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft). Auch der Wald in Deutschland spürt die Folgen des Klimawandels.


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