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  • Anastasia Michailova

Megalodon: Wie groß war der Urzeit-Hai wirklich?

Otodus megalodon war mit Abstand der größte Haifisch, der jemals gelebt hat. Vor Millionen von Jahren machte der gigantische Räuber die Meere unsicher. Doch wie groß war Megalodon wirklich? Da sind sich auch Forscher nicht sicher. Eine paläontologische Studie liefert erstaunliche Ergebnisse: Der Urzeit-Hai war anscheinend noch größer als bisher angenommen!


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Wie groß war Megalodon?

Kapitel in diesem Beitrag


  1. Riesiger Urzeit-Hai: Wie bestimmten Forscher bisher die Größe von Megalodon?

  2. Ein neuer Ansatz: Megalodon größer als bisher vermutet

  3. Wie groß war Megalodon? – Die genauen Zahlen

  4. Fehlerbereich: Die Schwächen der neuen Größenbestimmung von Megalodon

  5. Warum wurde Megalodon so groß?



Sein Kurzname „Megalodon“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „großer Zahn“. Denn das ist alles, was man von dem riesigen Urzeit-Hai gefunden hat: Zähne und einige Wirbel. Eine magere Ausgangssituation, um zuverlässig auf die gesamte Körperlänge des Spitzenprädators zu schließen. Vor 2,6 Millionen Jahren starb Megalodon endgültig aus.


Riesiger Urzeit-Hai: Wie bestimmten Forscher bisher die Größe von Megalodon?


Bisher ging man davon aus, dass Megalodon zwischen 15 und 18 Meter lang werden konnte. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Weißer Hai erreicht eine Körperlänge von bis zu 6 Metern. Forscher nutzten vor allem die gefundenen Zähne des Megalodon, um seine Größe zu ermitteln. Aber wie kann das funktionieren?



Wissenschaftler nutzten das anatomische Wissen über den heute lebenden Weißen Hai als Vergleichswert. Megalodon und der Weiße Hai gehören zwar vermutlich nicht derselben Familie an, weisen ansonsten aber große Ähnlichkeit auf. Das betrifft auch ihre Zähne: Beide Haifische besitzen breite, dreieckige und gekerbte Zähne, mit denen sie für die Jagd auf große Beute spezialisiert sind. Anhand des Wissens über die Anatomie des Weißen Hais, schlussfolgerten Forscher auf die Größe von Megalodon, indem sie die Körperlänge von der Höhe seiner Zähne ableiteten. Je höher bzw. länger ein Zahn, desto größer der Haifisch.


Wissenswert: Ein Megalodon-Zahn kann mehr als 18 Zentimeter lang werden – größer als so manche menschliche Hand.


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Ein fossiler Megalodon-Zahn im Vergleich zu einem herkömmlichen Hai-Zahn.

Das Problem: Die Formel funktioniert zwar, aber man muss die exakte Position des entsprechenden Zahns im Kiefer des Hais kennen, damit ein zuverlässiger Wert ermittelt werden kann. Je nach Stellung des Zahns kann seine Höhe im Kiefer sehr stark variieren. Es ist jedoch kein Megalodon-Kiefer erhalten geblieben, weil diese nur aus Knorpel bestanden. Der Zahnschmelz der Hai-Zähne hat die Jahrmillionen jedoch überdauert.


Es ist also nicht möglich exakt auf die Zahnstellung des Urzeit-Hais zu schließen, was dazu führt, dass das Ergebnis sehr ungenau wird. So ungenau, dass unterschiedliche Messungen für ein und dasselbe Megalodon-Exemplar auf eine Länge von 12 bis 45 Metern kamen – ein ziemlich großer Spielraum.



Ein neuer Ansatz: Megalodon größer als bisher vermutet


Ein Forscherteam um Vincent Perez vom Calvert Marine Museum in Maryland (USA) versuchte die Herangehensweise für die Größenbestimmung präziser zu gestalten. Dabei fokussierten sich die Wissenschaftler nicht auf die Höhe der Hai-Zähne, sondern auf die Breite.


Die Breite der Zähne ist durch die Größe des Kiefers begrenzt. Sie steht ebenfalls in einer bestimmten Proportion zur Körpergröße des Tieres. Um eine zuverlässige Formel aufstellen zu können, untersuchten die Forscher zum Teil fossile Zähne von 11 Haien aus 5 unterschiedlichen Arten: von Megalodon, seinen nächsten Verwandten und dem Weißen Hai. Sie wollten wissen, wie breit ein einzelner Zahn im Verhältnis zum Kiefer für eine bestimmte Haifisch-Art gewesen ist. Aus all ihren Messungen errechneten die Wissenschaftler einen Durchschnittswert. Diesen nutzten sie dann als Ausgangspunkt für die Analyse von Megalodon-Zähnen.


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Wie groß war Megalodon?

Wie groß war Megalodon? – Die genauen Zahlen


  1. Laut den Forschern ergab ihre „präzisere“ Methode, dass Megalodon bis zu 20 Meter lang werden konnte – also noch ein ganzes Stück größer, als bisher vermutet.

  2. Es wird ebenfalls davon ausgegangen, dass Megalodon bis zu 100 Tonnen schwer wurde. Das ist mehr als die Hälfte des Körpergewichts eines Blauwals – des größten heute lebenden Tieres auf der Welt.

  3. Außerdem könnte der Kiefer eines Megalodon bis zu 2,5 Meter hoch gewesen sein. Ein erwachsener Mensch würde also problemlos im Haifisch-Maul aufrecht stehen können.

  4. Wie bereits erwähnt wurden die Zähne des Megalodon zum Teil über 18 Zentimeter lang.

  5. Es wird vermutet, dass ein „Megalodon-Baby“ bereits mit einer Körperlänge von 4 Metern zur Welt kam.



Fehlerbereich: Die Schwächen der neuen Größenbestimmung von Megalodon


Allerdings hat auch dieser neue Ansatz seine Schwächen. Laut den Wissenschaftlern gibt es trotzdem einen großen Fehlerbereich von bis zu 3 Metern. Außerdem lässt sich nicht genau sagen, wie breit der Kiefer eines Megalodon wirklich gewesen ist. Das können Forscher anhand seiner Zähne nicht herausfinden. Und es gibt Haifisch-Arten, die Lücken zwischen den Zähnen in ihrem Gebiss haben – bei anderen wiederum überlappen sich die Zähne sogar. Wie nah die Zähne des Megalodon zusammenstanden, lässt sich heute auch nicht mehr rekonstruieren.


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Rekonstruktion eines Megalodon-Kiefers im National Aquarium, Baltimore (USA). Bild: Serge Illaryonov (CC)

Warum wurde Megalodon so groß?


Auch in der Forschung fragt man sich, warum die Weltmeere einen so großen Räuber wie Megalodon hervorgebracht haben? Hierfür gibt es 3 Theorien:


  1. Eine bessere Temperaturregulierung im Wasser bei großen Tieren

  2. Ein breites Nahrungsangebot

  3. Kannibalismus unter Jungtieren, wobei die größten über die kleineren triumphieren – bei heute lebenden Hai-Arten beobachtet


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