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  • Anastasia Michailova

Titanoboa: 10 Fakten über die größte Schlange der Welt

Aktualisiert: 21. Apr.

Sie lebte vor vielen Millionen Jahren und versetzte die damalige Tierwelt in Angst und Schrecken: Titanoboa. Doch was wissen wir über das Urzeit-Monster? Dieser Beitrag klärt die spannendsten Fragen rund um die größte Schlange der Erdgeschichte.


Titanoboa
Was wissen wir über Titanoboa?

1. Wie groß war Titanoboa wirklich?


Forscher gehen davon aus, dass Titanoboa bis zu 14 Meter lang wurde und mehr als 1 Tonne (1.135 kg) wiegen konnte. Darauf deuten zahlreiche Fossilien der Urzeit-Schlange aus dem Jahr 2009 hin, darunter Wirbel und Rippenknochen. Insgesamt wurden 28 Individuen im heutigen Kolumbien entdeckt. Das Ergebnis: Titanoboa war wohl so lang wie ein Linienbus oder ein Tyrannosaurus rex, so schwer wie ein Kleinwagen und so breit wie eine Zimmertür. Liegend würde sie einem Menschen bis zur Hüfte reichen. Damit ist sie die größte Schlange der Erdgeschichte.



Zum Vergleich: Die heute lebende Boa constrictor (Königsboa) wird nur zwischen 2,4 und 4,5 Meter lang. Titanoboa und die Königsboa gehören beide zur selben Gattung der Boidae (Boaschlangen). Die größte jemals lebend gesehene Schlange der Gegenwart soll eine etwa 10 Meter lange Anakonda gewesen sein, die von Bauarbeitern in Brasilien entdeckt wurde. Sie soll rund 400 Kilogramm gewogen haben.


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Wie groß war Titanoboa?

2. Warum war Titanoboa so groß?


Aber warum erreichte die Titanoboa überhaupt so enorme Maße? Heute wissen wir, dass die maximale Körpergröße von wechselwarmen Tieren (also auch der Titanoboa) unter anderem von der Temperatur ihrer Umgebung abhängt. Der Riesenwuchs dieser Schlange deutet also wie ein „Klimazeiger“ darauf hin, dass ihr Lebensraum sehr warm war.


Die Durchschnittstemperatur ihres Fundortes im heutigen Kolumbien betrug zu Lebzeiten der Titanoboa zwischen 32 und 33 Grad Celsius. Das sind 6 bis 7 Grad Celsius mehr als heute in derselben Region.



„Von heutigen Schlangen wissen wir, dass eine bestimmte Temperatur notwendig ist, damit wechselwarme Tiere wie Schlangen eine bestimmte Größe erreichen können. So lässt sich eine Gleichung aufstellen. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Temperatur sowie der Größe der Schlange und deren Stoffwechsel.“ – Jason J. Head, Professor für Biologie an der University of Toronto, Kanada.

Veröffentlichung: Die Studie von Prof. Jason J. Head und seinen Kollegen zur Titanoboa im Fachmagazin Nature – „Giant boid snake from the Palaeocene neotropics reveals hotter past equatorial temperatures“


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Die heute lebende Boa constrictor.

3. Wann lebte Titanoboa?


Titanoboa lebte vor 60 bis 58 Mio. Jahren im Zeitalter des Paläozän. Sie existierte also etwa 2 Millionen Jahre lang und tauchte etwa 6 Millionen Jahre nach dem Aussterben der Dinosaurier auf. Vielleicht füllte sie eine bestimmte Lücke in ihrem Ökosystem bzw. in der spezifischen Nahrungskette, die die Dinosaurier hinterlassen hatten.



4. Lebensraum: Wo lebte Titanoboa?


Der Lebensraum der prähistorischen Riesenschlange befand sich in den Tropen Südamerikas – genauer gesagt im kolumbianischen Regenwald. Titanoboa bevorzugte mit Gewässern durchzogene Gebiete: Sümpfe, Seen und Flüsse. Wahrscheinlich konnte Titanoboa hervorragend schwimmen und – wenn sie einen Baum gefunden hat, der sie tragen konnte – auch gut klettern.


5. Titanoboa: Was bedeutet ihr Name?


Der wissenschaftliche Name der bis heute einzig bekannten Typusart dieser Riesenschlange lautet Titanoboa cerrejonensis. Der Name setzt sich aus den Titanen (Riesen) der griechischen Mythologie und dem ersten Fundort in der Cerrejón-Mine in Kolumbien zusammen. Im Grunde bereutet ihr Name also „Riesen-Boa von Cerrejón“.



6. Was fraß Titanoboa?


Forscher gehen davon aus, dass Titanoboa Riesenschildkröten und bis zu 2 Meter lange Vorfahren unserer heutigen Krokodile gefressen hat. Auch kleinere Beutetiere kommen infrage.


„Die Felsen, in denen wir die Fossilien finden, lagen einst in einem gewaltigen System von Flüssen und Seen – vielleicht vergleichbar mit dem heutigen Amazonas-Delta. Die Tiere lebten in Regenwäldern und glichen in ihrer Lebensweise den heutigen Anakondas. Ihre bevorzugte Nahrung waren wohl Krokodile. Denn wir haben auch eine große Anzahl primitiver Krokodile in der Nähe entdeckt.“ – Jason J. Head, Professor für Biologie an der University of Toronto, Kanada.

7. War Titanoboa giftig?


Es würde das furchterregende Bild einer riesigen Monster-Schlange noch vollkommener machen. Aber die Titanoboa war nicht giftig. Das musste sie auch gar nicht sein. Sie gehörte zu den Würgeschlangen. Anstatt mit Gift tötete sie ihre Opfer mit sehr viel Kraft, indem sie ihre Beute mit ihrem Körper umwand und zu Tode drückte. Danach verschlang Titanoboa ihr Opfer langsam im Ganzen. Dafür besaß sie kräftige Muskeln und einen sehr flexiblen Kiefer, den sie weit aufreißen konnte – ähnlich wie die heutige Anakonda. Wahrscheinlich besaß Titanoboa viele spitze, nach hinten gebogene Zähne.



8. Hätte Titanoboa auch Menschen gefressen?


Auch wenn es vor rund 60 Mio. Jahren noch keine Menschen auf der Erde gab, ist es dennoch ein interessanter Gedanke, ob Titanoboa eine reale Gefahr für Homo Sapiens dargestellt hätte. Mit Sicherheit wäre es leicht für die Riesenschlange gewesen, einen Menschen zu erdrücken und zu verschlingen – allein aufgrund ihrer enormen Körpergröße. Allerdings hätte sie erstmal einen Menschen erbeuten müssen. Leichter gesagt als getan. Denn beim Schlängeln auf dem Trockenen erreichte Titanoboa wahrscheinlich nur Schrittgeschwindigkeit. Man hätte vor ihr also weglaufen können – zumindest an Land. Im Wasser wäre sie wohl deutlich schneller gewesen.


9. Lebenserwartung: Wie alt konnte Titanoboa werden?


Vermutlich hatte eine ausgewachsene Titanoboa keine natürlichen Feinde mehr. Heutige Schlangen werden in Gefangenschaft zwischen 20 und zum Teil über 40 Jahre alt. Es ist gut denkbar, dass Titanoboa dieses Höchstalter erreicht hat – vielleicht sogar mehr.



10. Warum ist Titanoboa ausgestorben?


Da die Riesenschlange (wie oben bereits beschrieben) aufgrund der hohen Temperaturen eine so enorme Körpergröße erreichte, war sie natürlich sehr anfällig für Umweltschwankungen. Es ist möglich, dass sich das Klima im Paläozän veränderte und deshalb die Nahrung der Titanoboa knapp wurde, was zu ihrem Aussterben führte. Außerdem scheint sie sehr auf den Lebensraum im Regenwald spezialisiert gewesen zu sein, weshalb sie sich wahrscheinlich nicht schnell an neue Umweltbedingungen anpassen konnte.


Interessierst du dich für weitere Monster der Erdgeschichte? Kennst du schon den riesigen Urzeit-Hai „Megalodon“ oder den prähistorischen Wal „Livyatan“?




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